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Weihnachten in Bullerbü oder: Wie ich meine innere Bilderwelt neu kreiere!


Herzlich willkommen zu meiner phantastischen Lebens-Forschungsreise!

Hier erfahrt Ihr, wie ich meine durch Trauma entstandenen Leerstellen aus meiner Kindheit, neu befülle.

Und die Einladung an die geneigten Leser*innen und Hörer*innen - durch eine Phantasiereise am Ende des Artikels - nach Bullerbü zu reisen!

  • Die Entdeckung des New imagery guided storytelling (NIGS by GG)


By Gunilla Göttlicher alias Frau Kunst


Von Trauermücken ...auf ins innere Bullerbü

Wie schnell so ein Jahr rennt! Kaum war es da, schon ist es wieder vergangen. Aber es hat sich viel getan, seit ich meinen letzten weihnachtlichen Blog-Artikel verfasst habe. Mein liebster Dank ergeht wieder an Susanne Heinen für diese schöne Blog-Advents-Reihe, die uns Menschen - gerade in diesen recht schweren, ungewissen Zeiten - zusammenbringt.


Ist das nicht schön und besonders, dass wir als Menschen Entwicklung, Transformation und echte innere Heilung erleben dürfen? Vor fast genau einem Jahr hatte ich Trauermücken und musste so manche lieb gewordene Pflanze wie "Aralie, die Strahlenaralie" (Blog-Artikel: "Krafttier Trauermücke - Oder wie wir nach Trauer unser ureigenes Strahlen zurückerobern") verabschieden. Sie ist gestorben. Wie so manches und auch manche*r in meinem Leben. Und so wird es weiterhin sein. Das ist menschlich.


Aber damals habe ich auch diesen mittlerweile tiefsitzenden Willen und Wunsch entwickelt, mit mir und meinen Lieben eine schlicht feierliche und schöne Advents- und Weihnachtszeit erleben zu wollen. Komme, was da wolle! Auch wenn ich genau zu Weihnachten 2024 wieder krank wurde - mein Herpes simplex war gemein, hartnäckig und zwang mich dazu, in der Weihnachtszeit eine Arztpraxis zu besuchen. Ich musste behandelt werden. Auch heute noch sind davon Narbenspuren in meinem Gesicht zu sehen.


Gemeine Muster

Unsere in uns liegenden alten Muster und Komplexe - die bisweilen auch sehr gemein(-gefährlich), giftig sein und nachwirken können - wirken in uns wie Geschichten mit fiesen innewohnenden Bildern und Glaubenssätzen, die zu bestimmten Zeiten - durch irgendetwas oder jemanden ausgelöst - wieder erscheinen und uns in die Knie zwingen können.


Ich weiß das aus Erfahrung. Alles ist Prozess und es braucht genau die Zeit, die es braucht. Dranbleiben ist wichtig. Dranbleiben an sich, an dem, was man in seinem ureigensten Inneren will. Ich will es gut haben. Und eine feierliche und lichtvolle Zeit mit uns Menschen erleben. Dieser Wunsch geht nicht mehr weg. Der finnische Psychiater Ben Furman mit seinem Buch und der Idee “Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben” hat mich geprägt. Tatsächlich glaube ich daran ganz fest.



Verlorenes Weihnachten

Ich habe Weihnachten oftmals als sehr traurig und verloren erlebt. Die Menschen um mich herum - waren überfordert. Und v.a. meine Mutter war, wenn sie gestresst war, bisweilen böse und gemein. Sie schoss emotionale Giftpfeile ab, die einem dann buchstäblich tief unter der Haut saßen. Ein Weihnachten war ganz besonders dunkel. Ich war vielleicht Mitte zwanzig. Weihnachten in meinem Elternhaus. Meine Eltern erlebten die fieseste Zeit ihrer Ehe miteinander. Alkohol wurde schon früh als scheinbar beruhigendes, auch Stimmung machendes Aufputschmittel und Medikament getrunken, und Abends war die Situation besonders angespannt. Bis dahin, dass meine Mutter uns vor lauter Spannung und Ohnmacht die Geschenke dramatisch kreischend und heulend auf den Boden warf. Und ich schließlich auch eine ins Gesicht geklatscht bekommen habe, weil ich mich gegen ihre trunkene Boshaftigkeit zu wehren versuchte. Mein Vater ging - das erste Mal in meinem Leben - gegen meine Mutter vor und rief: "Du schlägst meine Tochter nicht!". Das war für mich weltbewegend und als Geste neu.



"Lange saßen sie dort und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost." Astrid Lindgren, Ronja Räubertochter

Eine Freundin von mir besuchte mich am nächsten Nachmittag aus der nachbarlichen Stadt. Ich brach zusammen in ihren Armen. Ich war am Ende meiner Kräfte. Die ständige ängstliche Anspannung, dass was Schlimmes passieren würde, wenn ich nicht aufpasste, raubte mir alle Kraft. Wir saßen auf einer harten Holzbank im Dom und sie hielt mich fest. Es floss aus mir heraus.


Geschichten und Gedichte als Medizin

Verstärkt seit dieser Zeit begann sie mir schöne und anrührende Gedichte, Geschichten und Texte zu erzählen. Zu schenken und einzusprechen. Ich bekam gebrannte CDs mit kopierten Textseiten aus Astrid Lindgren-Büchern, dem Buch "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pincola Estes und Gedichte von Hilde Domin, Rose Ausländer und anderen Dichter*innen. Sie gingen in mich hinein wie Nahrung. Ich war so hungrig nach Gutem, Schönem und vielleicht auch Wahrem. Und Aufbauendem. Ich sog die Gedichte in mich hinein und sie helfen mir wie Medizin. Bis heute. Es ist sogar so, dass ich mich mit diesen Geschichten und auch Wesen - wie z.B. der Wolfsfrau und auch Ronja Räubertochter - identifizieren kann. Für mich ist die Trennung von Alltags- und Anderswelt (Anderwelt, Anderes Land, Feenwelt - eine Art Phantasiewelt, Märchenwelt) manchmal nicht ganz eindeutig. Es scheint (für mich) bisweilen ineinander überzugehen. Die Fernsehserie, die mich in meiner Kindheit fast am meisten beeindruckte, hieß "Die Märchenbraut" (Tschechoslowakei 1979-1981). Ich sah sie wohl bei ihrer deutschen Erstausstrahlung 1981. Durch ein gefundenes Glöckchen wird ein Zauberer von einem Menschen in die bekannte Realität gerufen. Märchenwelt und reale Welt verweben sich auf's Fröhlichste. Das Thema der Verwebung der beiden Welten hat mich nie mehr so ganz losgelassen.



Seit dieser Zeit weiß ich verstärkt um die Kraft von guten und nährenden Geschichten, Wesen und Schriftsteller*innen. Und die Liebe von Menschen, die an einem dranbleiben. Meine Freundin ist heute noch in meinem Leben. Und Du glaubst mir sicher, dass mich diese Liebe mit großer Dankbarkeit erfüllt. Und auch jetzt, da ich mich an die dunkle Zeit erinnere, gibt es einen hellen Lichtstrahl, der durch mich hindurchfließt. Und auch Tränen der Freude! Wer die Dunkelheit nicht kennt, kann auch das Licht nicht sehen.


Ich wollte - solange ich mich erinnern kann - nur ein einfaches und schönes, vielleicht friedvolles und manchmal kitschiges Weihnachten haben. Kein großartiges Brimborium, das alle nur in Stress und Aufruhr versetzt und das bittere Hassen und aufeinander "Schießen" lehrt. Weshalb muss man an Weihnachten so viel stressen und einander die Liebe „beweisen“? Kaufen, schenken, kochen, essen und sich so gerne haben, wenn es doch sonst nicht klappt? Haben wir den eigentlichen Sinn von Weihnachten je verstanden? Wird da nicht ein göttliches Licht-Kind geboren, das auch uns an unser innewohnendes, strahlendes Licht-Kind erinnern kann? Die wiederkehrende Sonne im Außen, die Sonne (das Strahlen und Staunen) in uns?


Irgendwann starben meine Eltern - relativ kurz nacheinander. Das Elternhaus und all die oft dunklen Erinnerungen sind noch da. Allerdings nicht mehr wirklich. In mir gibt es ja nun diesen unbändigen Willen und Wunsch, dass ich an Weihnachten nicht mehr traurig oder auch krank sein muss. Mehr noch: Dass es voller Licht ist und dass das einfache Essen mit meinen Lieben uns herrlich mundet. Und wir Frieden erleben. Einfach Frieden, Freude und Eierkuchen (oder Kartoffelsalat).


Wünsche aus dem tiefsten Inneren

Diese schönen und bunten Geschichten und viele Gedichte wohnen und wirken nun in mir. Die Möglichkeit, dass man sich bewusst Geschichten von Außen ins eigene Leben hinein nimmt, obwohl man viele traurige Geschichten und auch seltsame Leerstellen - wie ein Nichts, einen Nebel, - in sich hat, kenne ich also gut.


Vor einiger Zeit habe ich das Buch "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende für mich entdeckt. Den Fantasyfilm von 1984 kannte ich. Der erzählt aber eine andere Geschichte als das Buch. Seitdem läßt mich diese Geschichte um den kleinen Jungen und (Anti-)Kinderhelden Bastian Baltasar Bux nicht mehr los. Ich begreife, dass Wünsche nicht wirklich von Außen, sondern aus dem tiefsten Inneren kommen. Wünsche steigen langsam aus dem Urgrund unseres Daseins hoch. Ich meine, diese ureigenen Wünsche in uns. Nicht diese äußeren Wünsche - wie ein neues Smartphone, ein größeres Auto oder einen neuen Freund haben zu wollen. Sie steigen in uns hoch, wenn wir bereit dafür sind.


Die innere Leere unserer ursprünglichen Phantasie

Angefangen hat es für mich damit, dass ich zuerst meine Schmerz-Patient*innen und ihre oft tiefsitzende alte Angst (vor Beschämung) - vor ihrer inneren Leere ("Ich bin nicht kreativ", "Ich kann nicht malen/ zeichnen ..." etc.) - erkennen konnte.


Die kindliche Freude und überbordende Phantasie, die es mal in jedem und jeder uns gab, ist dabei, sich in ein Nichts aufzulösen. Was bleibt, ist diese seltsame Leere - wie das aufkommende Nichts, das Michael Endes Phántasien zu verschlingen droht. Leere in uns und so ein eigenartiger Nebel wie ein großes Nichts, erscheint hier ähnlich (eine Art "Brain Fog"/ Gehirnnebel). Und das Nichts wirkt für die Bewohner*innen Phantásiens verführerisch.


Diese unbändige Traurigkeit, etwas verloren oder nie gehabt zu haben. Wie das Sinnbild der "Sümpfe der Traurigkeit", in denen Artax, das treue Pferd Atréjus, vor Trauer und Gram im Morast versinkt, während Atréju durch das Amulett der Kindlichen Kaiserin "Auryn", "Der Glanz" oder auch "Das Kleinod", hindurchfindet. Auf der Rückseite des Amuletts steht der Satz "Tu, was du willst."



"Liebe, und dann tu, was du willst"

Der Spruch "Tu', was du willst" entspringt einer langen philosophischen Tradition, die in der Antike ihren Ausgang nahm. "Liebe, und dann tu, was du willst" wird heute dem Kirchenvater Augustinus zugeschrieben.


Das "Tu, was du willst" ist tückisch und wird von Bastian bei Michael Ende mit Erfüllung seiner vielen, bisweilen auch größenwahnsinnigen Wünsche, verstanden. Aber er kommt dahinter, herauszufinden, was er wirklich will - vor allem lieben zu können. Und Phántasien auch zu den Menschen - z.B. zu seinem Papa (der in einem Traumbild, in einem Eisblock erstarrt, gefangen ist) zu bringen.

Eine der seltsamen Geschichten ist ja die, dass wir unsere ursprünglichen Wünsche und Träume wieder finden müssen. Und auch die Liebe für das Leben und uns selbst darin, gilt es in uns zu entdecken. Wider alle Härte, Vereisung und Versteinerung. So wie auch Bastian in "Die unendliche Geschichte". Wir wandern von Wunsch zu Wunsch oder auch von Traum zu Traum, bis wir in eine tiefere Ebene wollen.


Einer meiner innewohnenden Wünsche ist tatsächlich ähnlich wie bei Bastian: Auch ich will Geschichten (über das Gute, Wahre und Schöne, auch Humorvolle) erzählen können und sie zu den Menschen bringen. Damit sich mein und unser inneres Phantásien wieder und neu belebt.


Auch die ewig alten Geschichten meiner Vergangenheit von Leere, Nebel und Traurigkeit - diesem Nichts, das da (z.B. in meiner Kindheit) nichts oder wenig an Bildern rückblickend waren, befriedigt mich nicht mehr. Ich möchte fast sagen, sie langweilen mich, in ihrem Beschränktsein. Mich lockt Neues.


Und kreiere neu - erweitere meinen inneren Horizont meiner Phantasie

Ich komme dahinter, dass ich dieses Nichts selbst füllen muss und auch kann, sonst greifen meine alten, traumatischen Geschichten wieder. Aus der Neurowissenschaft und der Psychologie-Forschung wissen wir, dass alte Erinnerungen und neue Bilder, die man ins sich aufnimmt, von unserem Gehirn nicht zu unterscheiden sind - und die positiven Gefühle eine wesentliche Rolle dabei spielen (Plastizität der Gedächtnis-Reconsolidierung). In der Forschung finden sich Begriffe wie Imagery Rescripting, Imagery Modification oder auch allgemeiner "mental imagery". Es gibt inzwischen zahlreiche Meta-Analysen zur Wirksamkeit von Imagery Rescripting (ImRs). Das heißt im Klartext, ich kann bewusst versuchen, mehr erweiternde, gute und ermunternde Bilderwelten in mich aufzunehmen, die meine bisherige Innenwelt bereichern.


Aber nicht eine Scheinwelt oder eine Flucht aus meiner Realität ist damit gemeint. Ich will nicht flüchten aus einer schrecklichen in eine bessere Welt, im Sinne eines Eskapismus (Realitätsflucht). Sondern ich will meine eigene reale Welt erweitern - die eigene Phantasiewelt bemühen, mir zu helfen, damit meine Welt im Hier und Jetzt - in meiner Wirklichkeit - mehr Möglichkeiten und Horizont erfährt.


Verschiedene Therapieformen machen sich genau diesen Mechanismus zunutze: Das Guided Imagery and Music (GIM) oder auch das Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) erarbeiten durch gezielte Visualisierungen den inneren Bilderschatz, erweitern ihn und ersetzen auch destruktive Bilder durch heilsamere. Auch Luise Reddemanns Ansatz - Psychiaterin und Psychoanalytikerin - der Psychodynamisch imaginativen Traumatherapie (PITT) greift diese Thematik auf. Oder auch bei Hildrun Rolff - Professorin der Kunsttherapie - finde ich einen ähnlichen Ansatz, den sie "Erinnerungen ergänzende Kunsttherapie" nennt.



Mein "New imagery guided storytelling" (NIGS)

Ich starte einen Selbstversuch - (m)ein New imagery guided storytelling (Geführtes storytelling durch neue Bildwelten). Es hat damit begonnen, dass ich mir - angeregt durch meine Supervisorin - einen Trostbrief an mein inneres Keller-Kind (mit KI-Beteiligung, weil mir erst die Worte dafür fehlten) geschrieben und eingesprochen habe. Und die Wirkung ist verblüffend: Ich fange an, die neuen Bilder und Ideen in mich aufzunehmen. Ich schreibe mir also selbst erweiterte Geschichten - ein new storytelling (neues Geschichtenerzählen) - mit Puzzleteilen von alten Erinnerungen neu. Spreche sie mir ein und höre sie mir entweder wie ein Hörbuch an. Oder lasse mich auf eine geführte Phantasiereise - liegend und mit geschlossenen Augen - ein.


"Oh, wie ist es schön, wenn Weihnachten ist! Ich wünschte nur, dass ein wenig öfter Weihnachten wäre." Astrid Lindgren in "Weihnachten in Bullerbü"

So mache ich es auch mit meinem ersehnten Lindgrenschen', weihnachtlichen Bullerbü. Es geht nicht darum, real in Bullerbü - Schweden - sein zu müssen. Oder dass meine Welt jetzt wie Bullerbü sein, aussehen und schmecken muss. Meine Welt ist meine Welt, beständig im Werden - nie ganz fertig und nicht perfekt. Ich tauche bewusst in neue Geschichten ein... bin ein Teil dieser Geschichte - und bekomme ein Gefühl, wie sich ein weihnachtliches Bullerbü in meiner Phantasie anfühlt. Und kehre gestärkt und bereichert aus der Phantasiereise zurück.


So wird es stückweise immer etwas realer. Und mein innerer Möglichkeitsraum erweitert sich.


Jetzt du! Probiere es gerne aus...!

Gehe nach unten auf den SoundCloud-Link.

Lausche wie ein Hörbuch mit offenen Augen oder tiefer entspannender mit geschlossenen Augen und vielleicht liegend - als Phantasiereise - einer Geschichte mit Dir selbst, die in Deiner Phantasie im schwedischen Bullerbü spielt.

Ich bin gespannt zu erfahren, was Du erlebst. Schreibe mir gerne ein Feedback!


Das Abenteuer des NIGS - des New imagery guided storytelling beginnt...


Herzlich Frau Kunst


Wer mir schreiben will, kann das gerne über die Kontaktfunktion über diese Website gehen oder einfach über meine Mail-Adresse praxis@gunillagoettlicher.de


Ich freue mich!


Hier der Link zum Lauschen!

Text: Nach einer Idee von Gunilla Göttlicher, KI generiert, verändert, erweitert.

Eingesprochen von: Gunilla Göttlicher


Weihnachten in Bullerbü





 
 
 

1 Kommentar


Solveig Häfner
Solveig Häfner
23. Dez. 2025

Ich fühle...

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Solveig

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