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Trau' Dich, Dich dem Tod zu zeigen! - Vom Sterben lernen, um zu Erblühen



"Die beste Arznei für den Menschen ist der Mensch. Der höchste Grad dieser Arznei ist die Liebe.“
Paracelsus


Meine letzten Dinge


Keine Sorge.

Ich bleibe noch ein Weilchen auf der verführerischen "Frau Welt", um sie immer weiter kennenzulernen. Erblühe langsam und tauche wieder auf. Meine Stimme erklingt auch wieder und ich genieße sie mehr denn je. Wäre sie mir doch fast durch eine Stimmlippenlähmung abhanden gekommen.


Ich habe aus der Zeit der Entbehrung gelernt.

Doch will ich mich um mich kümmern - um die Fragen, die Organisation, meine letzte Zeit betreffend. Ebenso meinen leiblichen Tod und mein (geistiges und materielles) Erbe. Denn der oder die ist mir sicher. Der Tod erdet mich. Meine eigenen Verluste der vergangenen Jahre lehr(t)en mich das gute Aufräumen und Klären des menschlichen Lebens. Es kann so schnell gehen. Ich gebe mich da keiner Illusion mehr hin und will vorbereitet sein. Im Gegenteil: Es kommt mir vor, als wäre Frau Tod - wie die "Santa Muerte" (lateinamerikanische Kultur: "heiliger Tod", weiblich) - die eigentliche gute Kraft dieser Welt. Und durch Anerkennen, Üben, den guten Dienst tun und auch das Vollbringen des Lebenswerkes kommt man dem tiefen, lebendigen, erotisch sinnlichen und erdigen Leben näher. Vielleicht ist "Frau Tod" auch die "Frau Holle" im grimmschen Märchen. Und der Mensch die "Goldmarie" oder eben die "Pechmarie". Wir haben die Wahl.



Wie viele Jahre hast Du noch? Was spürst Du?

Mein Stimmlehrer - den ich wegen meiner Stimmlippenlähmung aufsuche - fragte mich neulich, ob ich ein Gespür dafür hätte, wieviel Zeit ich noch zur Verfügung habe. Noch kann ich darauf nicht adäquat antworten: ich kämpfe und arbeite immer noch mit und an meiner Erschöpfung. Versuche mich, probiere aus. Im Moment würde ich mir weniger Jahre geben. Aber wer weiß …


Was ich aber nach der Organisation der letzten Dinge wie - ...

Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Werteklärung

Besuch bei der Bestatterin

Grabstellen-Begehung auf meinem Wunschfriedhof etc.

  • sagen kann, ist: Es wird leichter.


Alles ist Übungssache.

Ich habe auch schon, nach einer Begehung, ein Grab "reserviert". Es liegt "kuschelig", an einem schönen Ort auf meinem Lieblingsfriedhof. Und ich habe vor, es schon zu meinen Lebzeiten zu bestellen, kennenzulernen, zu bepflanzen. Mich meiner eigenen "Frau Holle" als Goldmarie anzuverwandeln. Das mag ungewöhnlich klingen. Doch ich glaube, dass alles Übungs- und Gewöhnungssache ist: Auch der Umgang mit Frau Tod.


Es wirkt schon ...

Und ich fühle mich irgendwie geborgener. Eingebetteter in mein Netzwerk Mensch.

Das Leben ist zerbrechlich. Und sehr kostbar.

Und es ist schön, Menschen um sich zu haben, die mit einem gehen.


Man hat nun eine Art Plan. Das erdet, wärmt und tröstet.


"Sei fest bereit zu sterben, denn Tod und Leben, beides wird dadurch süßer."
William Shakespeare


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